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Was ist Desertifikation?

Desertifikation (Wüstenbildung) kennen wir Deutschen eigentlich nur von Katastrophenberichten aus Afrika, wenn wir im Internet oder im TV hungernde Menschen sehen, weil extreme Trockenheit ganze Ernte und Tierbestände vernichtet hat.

Bei uns in Deutschland gibt es so etwas doch nicht, oder? Leider doch: Denken Sie an den Sandsturm (!), der im April 2011 auf der Autobahn A 19 nahe Rostock zu einer Massenkarambolage führte. 10 Menschen starben damals, weil der Wind den ausgetrockneten Ackerboden einfach weggeblasen hatte, ein durch Bodenerosion ausgelöster Sandsturm mitten in Deutschland, als läge Rostock in der Sahel-Zone!

Ein Einzelfall, aber ein deutliches Warnzeichen für uns, wie empfindlich unser heimisches Ökosystem auf permanente menschliche Eingriffe (Überdüngung, Monokulturen, Großmaschinen-Einsatz etc.) reagieren kann. Denn die Desertifikation, die von Menschen gemachte “Verwüstung” von Gebieten, ist weltweit auf dem Vormarsch.

Was sind die Ursachen der Desertifikation?

Desertifikation bedeutet Wüstenbildung

Desertifikation bedeutet Wüstenbildung

Wüsten sind vegetationslose bzw. vegetationsarme Regionen in verschiedenen Erscheinungsformen. Wir Europäer verstehen unter einer Wüste zumeist die Sandwüste, wie sie in Teilen der Sahara zu finden ist. Wüsten sind also Trockengebiete natürlichen Ursprungs. Diese natürlichen Wüsten wachsen nicht, die “verwüsteten” Gebiete durch Desertifikation nehmen aber zu: Hier sind die kahlen vegetationslosen Flächen nicht naturgegeben, sondern das Ergebnis menschlicher Eingriffe in die Natur. Verstärkt durch die Auswirkungen des globalen Klimawandels. Ein Flug mit Google Earth über Südspanien zeigt im Übrigen deutlich: Die Desertifikation hat den Sprung von Afrika nach Europa längst geschafft.

Die Ursachen der weltweiten Desertifikation sind:

  • In einem ohnehin trockenen Gebiet werden die natürlichen Ressourcen (Vegetation, Boden, Wasser) durch permanente Eingriffe in das Ökosystem (Intensivlandwirtschaft, Monokulturen, Überweidung, Abholzung und falsche Bewässerungsmethoden) stark geschädigt oder zerstört
  • Bodenerosion oder Bodenversalzung sind die Folgen bei gleichzeitigem Versiegen von Flüssen, Seen und Brunnen sowie einem extremen Absinken des Grundwasserspiegels

Die Folgen der Desertifikation – Die Wüsten wachsen weltweit

Inzwischen sind, konservativ geschätzt, 12 Mio. Quadratkilometer weltweit von Desertifikation betroffen, das ist die Größe Europas, Tendenz steigend. Einige anschauliche Beispiele für die zunehmende Desertifikation:

  • Aralsee (Grenzgebiet Kasachstan/Usbekistan): 1960 noch einer der vier größten Binnenseen der Welt mit großem Fischreichtum ist der Aralsee heute auf einzelne getrennte Salzseen geschrumpft, die biologisch tot sind.
  • Patagonien (Argentinien): Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführte Schafsherden fraßen im Laufe der Zeit die dünne Vegetation so radikal ab, dass der Boden durch Erosion schließlich zur Wüste wurde.
  • Sahel-Zone: In der Region südlich der Sahara gefährden vor allem die riesigen Ziegenherden das fragile Ökosystem. Die Ziegen fressen quasi alles, bis nur noch der blanke Boden übrig ist.
  • Staubstürme in Peking: Nicht nur der Smog, auch die wachsende Anzahl der Staubstürme, aus den von Desertifikation stark betroffenen Gebiete in Nordchina, beeinträchtigen regelmäßig das wirtschaftliche und soziale Leben in der chinesischen Hauptstadt.