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Die Sahel

Die Sahel, auch Sahelzone genannt, ist ein Wüstengebiet und grenzt südlich an die Sahara an. Sie reicht vom Atlantik bis zum roten Meer und schließt folgende Länder ein: Senegal, Mauretanien, Mali, Niger, Tschad, Sudan, Äthiopien, Djibouti, Somalia, Burkina Faso.

Das Wort “Sahel” ist arabisch und bedeutet “Ufer“, da die Sahelzone für die Karawanen, die von Norden aus der Sahara kamen, eine Uferzone darstellte mit vergleichsweise üppiger Vegetation. Die Sahel war ein blühendes Gebiet vom 16. bis 18. Jahrhundert ohne jede Hungersnot.

Die Sahel heute

Heute besitzt die Sahel ein sehr labiles Ökosystem und ist von fortschreitender Wüstenbildung (Desertifikation) betroffen. Die Verschlechterung des Bodens wird durch folgende menschliche Eingriffe hervorgerufen:

  • Überweidung
  • Übernutzung
  • Abholzung
  • falsche Bewässerungsmethoden

Seit den 60er Jahren wird in der Sahel Landwirtschaft betrieben. Die Bevölkerung wuchs und mit ihr der Bedarf an Nahrung, so dass die Landwirtschaft weiter ausgedehnt wurde und neue Bewirtschaftungsmethoden aufkamen wie Brunnen. Dadurch stieg die Anzahl der Herden, die mehr Futter benötigten, so dass die natürlichen Weidegebiete nicht mehr ausreichten.

Die Sahel grenzt südlich an die Sahara an

Die Sahel grenzt südlich an die Sahara an

Durch die Überweidung verschwand die Vegetation und der Boden versandete. Felder und Dörfer wurden begraben und Hungersnöte entstanden. Dazu gesellte sich die Abholzung des Baumbestandes, dessen Laub als Futter verwendet wurde. Ein schlimmes Schicksal durch die Übernutzung erleidet bis heute auch der Tschadsee in der Sahel.

Wie beim Aralsee in Zentralasien, wird seine Fläche allmählich kleiner. 2008 betrug sie nur noch ein Zwanzigstel der Fläche von 1960. Die Desertifikation, einmal in Gang gesetzt, kann von da an durch natürliche Bodenerosion durch Wind und Wasser (Abtragung der Böden) fortschreiten.

Neue Hoffnung für die Sahel

Man kann die Desertifikation nicht rückgängig machen, aber begrenzen. Zu diesem Zweck wurden in der Sahel Entwicklungsprojekte in Gang gesetzt, die die Teilnahme der ansässigen Bevölkerung erfordern und Anleitung zur Selbsthilfe und Eigeninitiative geben.

Farmer erhielten Nahrungsmittel, bauten Steinmauern, um der Bodenerosion durch Wind Einhalt zu gebieten, legten Kleinfelder an und pflanzten Bäume, die den Boden festhielten. Inzwischen sind die Erfolge sichtbar. Dort, wo man in der Sahel Gegenmaßnahmen ergriffen hat, verdienen die Bewohner mehr als in anderen Gegenden.

Der Grundwasserspiegel stieg, was für die Bewässerung von großer Bedeutung ist. Die Dörfer sind heute wieder von Gemüsegärten umgeben.

Diese Erfolge zeigen, dass es in der Verantwortung der Menschen selbst liegt, der Vergrößerung der Wüste entgegen zu treten.