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Was ist eine Wüste?

Geomorphologisch unterscheidet man eine Vielzahl von Wüstenarten. Aber landläufig wird an die Sandwüste Sahara gedacht, in der einst der Autor Antoine de Saint-Exupéry notlandete. Doch es gibt die Kieswüste, Sandwüste, Stein- und Geröllwüste, Salzwüste und sogar eine Eis- und Kältewüste. All diesen Wüstentypen gemeinsam ist es, dass es in ihnen weniger als 5 Prozent Vegetation gibt.

Die Ursachen für die Entstehung der Wüsten können geomorphologisch sehr vielschichtig sein. Doch trotz der oft extremen Lebensbedingungen finden sich in manchen Wüsten doch auch Ansiedlungen von Menschen, die sich diesen extremen Lebensbedingungen über Jahrhunderte angepasst haben. So z.B. die Eskimos in der Eiswüste, die Nomaden in der Stein- und Geröllwüste oder die Beduinen und der Stamm der Tuareg in der Sandwüste.

Faszination Wüste und Öde

Kulturgeschichtlich spielt die Wüste in Literatur, Philosophie, Theologie und auch Psychologie eine große phänomenologische Rolle. Denn unter dem Begriff Wüste wird etwas gefasst, was sonst kaum in Worte zu kleiden ist: Dürre, Trockenheit, Verlassenheit, Einsamkeit, der Wunsch zu Sterben.

Doch ist der Ort höchster Verlassenheit und Desorientierung wiederum auch Ort der Inspiration und Orientierung durch ein länger andauernder Reifungsprozess, der gestärkt aus der Krise, die sich in das Wort Wüste gekleidet hat, hervorgehen lässt. So berichtet die Bibel von der vierzigjährigen Wüstenwanderung von Ägypten nach Israel und dem vierzigtägigen Aufenthalt Jesu in der Wüste. Dabei steht die Zahl vierzig nicht nur für den Zeitraum, sondern für eine für den Menschen überschaubare Entwicklungsphase.

An diesem mystischen Ort liegen sich als das Pro und Kontra, Krise und Reifung dicht beieinander. Die christliche Kulturgeschichte hat gerade in den Apopthhegmata Patrum viele Geschichten zu diesem Thema bis in unsere Zeit dazu überliefert.

Die Verwüstungen auf dem Planeten Erde

Las Vegas ist eine Stadt in der Wüste Nevadas

Las Vegas ist eine Stadt in der Wüste Nevadas

Dennoch darf bei einem phänomenologischen Ansatz nicht die Desertifikation und Bodenerosion übersehen werden. Tagtäglich müssen in die Wüstenstadt Las Vegas, in der Hitzewüste Nevadas gelegen, hunderte von Tanklastwagen mit frischem Trinkwasser fahren.

Der Hoover-Damm ist zur Versorgung zig Mal vergrößert worden. Dennoch führt die Bodenerosion dazu, dass der Aralsee austrocknet und die Sahelzone in Afrika noch trockener wird, als sie eh schon ist. Abholzung der Regenwälder, falsche landwirtschaftliche Nutzung (z.B. Palmölwälder) führen zur Verödung und Versteppung ganzer Landstriche.

Die Sandwüste Sahara wächst Tag um Tag ein wenig mehr. Dabei stand hier einmal ein prächtiger Wald. Aber trotz aller lebensfeindlicher Bedingungen gibt es Flora und Fauna in dieser Landschaft.

Alles dort existierende Leben hat sich der den Lebensumständen angepasst.